Das Schreiben
und das Schweigen
13.3.26, 19 Uhr
Filmscreening in Anwesenheit der Filmemacherin
Carmen Tartarotti
Friederike Mayröcker ist keine Protagonistin, die den Mediengesetzen gehorcht. Im Lichte ihrer Aura kollabieren viele Kategorien. Carmen Tartarottis Film „DAS SCHREIBEN UND DAS SCHWEIGEN“ (2008) führt den Zuschauer mit einer subtilen Verknüpfung von Wort und Bild ins Zentrum einer poetischen Existenz, so dass die unscheinbarsten Dinge zu einem beseelten Kosmos gedeihen. Im Mittelpunkt steht das behutsame Ausloten des Schreibprozesses: die räumliche Ordnung des Arbeitens, die Materialität der Sprache und das stille Ringen um Ausdruck. Über mehrere Jahre begleitete die Filmemacherin die 2021 verstorbene Dichterin und durfte nur unter strengen Auflagen mit ihr drehen. Ohne Team, möglichst diskret und ohne Lebenssphäre oder Arbeitsrhythmus der Dichterin zu behindern. Sprechen mag diese schon gar nicht. Tut sie aber doch.
„Ich hab’ gedacht, es soll ein Film über das Schweigen werden. Das Schreiben und das Schweigen. Aber wie macht man das dann? Vielleicht ist es bei anderen Autoren so, dass sie beim Sprechen andere Sachen hervorholen aus ihrem Hirn, während ich nichts hervorholen kann. Ich mag nicht sprechen! Und auf dieser Grundlage werden wir unseren Film aufbauen. Das
machen wir!“ (Friederike Mayröcker)
Die Filmemacherin ist anwesend. Das Gespräch mit ihr führt die Künstlerin Regine Steenbock.
www.carmen-tartarotti.de
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