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ein übersetzungsversuch (several acts)
martian m. mächler mit Joseph Baan, weather forecast, Elisa Nessler und Lennart Häusser

Eröffnung: Do, 5. März 2026, 18 Uhr
19 Uhr: Performative Lesung martian m. mächler
Sa 7.3., 18 Uhr: Performative Lesung Joseph Baan
Sa 11.4. 14 –18 Uhr (mit Pausen) Schreibworkshop weather forecast (Esther Vorwerk & martian m. mächler) – sharing words
Teilnehmer:innenanzahl: ca. 15 Personen (nur auf Anmeldung: m@mmmaechler.com)
Sa, 11.4.26, 18 – 20 Uhr Finissage & Sharing
Geöffnet: 6.3. – 11.4.26, Sa + So, 15 –18 Uhr
prelude
ich öffne ein fenster. nein, kein fenster. ich schiebe einen der schweren vorhänge zur seite. und trete hervor. mein gesicht wird von einem weit entfernten bühnenlicht getroffen, das nach einer antwort dürstet. teile von mir zerfliessen und verstecken sich hinter einem der noch zugezogenen dunkelroten stoffe, andere fliegen rauf und werden von der decke aufgefangen. wir erröten. wir atmen ein, und holen einen tiefen luftzug, um das auszusprechen, worauf alle bereits warten. aber es bleibt stecken, irgendwo in der nähe der stimmbänder. auch der chor, der im bauch lebt, will das nicht übernehmen. alles, was eigentlich keine augen hat, schaut mich an. und ich schliesse mich ihnen an, und sehe mich, wie ich mich nicht bewege.
das bühnenlicht wendet sich verlegen ab und leuchtet den raum aus. es hat stühle, aber niemand sitzt darauf. ein leerer mülleimer. eine uhr. viele türme aus büchern. Ganze sammlungen an objekten und materialien. sie spiegeln, sie klingen, von draussen. mit vielen leerstellen dazwischen. meine lippen sind trocken. ich würde gerne etwas sagen. mein zeh zuckt abseits vom licht, und ein zeigefinger folgt dem klang, der sich kreisförmig durch den raum bewegt. ein zerflossener zeh mischt sich ein, gleich in dem moment, in dem der popsong von einer der kreisbewegungen verschluckt wird. i try to sing along, but the choir is still busy humming an optimistic grumble. die schwere in meinen schultern drückt dagegen. ich versuche etwas zu sagen. aber die worte fehlen, sie sind zu sperrig, nicht richtig für diesen raum geschrieben. entziehen sich dem ticken. sie fühlen sich an, als ob sie abgetrennt von meinen zehen, sich ausserhalb meiner haut befinden.
ein stuhl rückt näher. in kleinen nischen höre ich einzelne worte, es flüstert aus den büchertürmen. ich sehe kerben. ein zusammengekrügeltes papier, das neben dem mülleimer liegt. stimmen, die sich verbinden, mit welchen ich schwimmen kann, dort wo brücken zusammengebrochen sind. wo wir gemeinsam warten, unlesbarkeit üben, uns orientieren. dort wo vielleicht kein weg sichtbar ist, aber desirelines angedeutet sind. von wo wir übersetzen und anlegerpunkte suchen, dort wo wasser fliesst, oder irgendwo, wo der boden fester scheint, wir aber trotzdem sea legs verspüren.
several acts (und die daten)
Elisa Nessler und Lennart Häusser – Ich sitze im Garten, das Wetter ist trüb
Do, 5.3. – Sa 11.4. 2026
Ich stehe an einer Kreuzung, die Wege sind mit grauem Schotter bedeckt. Weite Ebenen zu allen Seiten, in der Ferne eine kupfern schimmernde Stadt. Von weitem sehe ich jemanden winken. Ich gehe an Sträuchern und Gräsern vorbei und nähere mich einem Haus, die Türen sind offen, davor eine blühende Wiese. Ich sitze im Garten, das Wetter ist trüb. Es zieht ein Wind vom Horizont her auf. (elisanessler.com)
martian m. mächler – heimsuchen (ein übersetzungsversuch and thoughts on a puddle)
Performative Lesung, Donnerstag, 5. März 2026, 19 Uhr
Eine Person wartet auf Diagnosen und Veränderung, will Masken ablegen und erprobt Selbsterzählungen, die mäandern und sich einkerben. Die Person sucht verkörperte Worte, die helfen, nicht von Erinnerungen oder blockierenden Bühnenbildern verschluckt zu werden. Eine Pfütze erscheint als temporäre Verkörperung eines Übersetzers und Zeugin, die daran erinnert, wie wichtig es ist Worte in ihrer Widersprüchlichkeit und Zeitlichkeiten
im Raum zu behalten. (mmmaechler.com)
Joseph Baan – the mouth is a wound kept open by language
Performative Lesung, Samstag, 7. März 2026, 18 Uhr
So, the only way to wield language is through its negation: using language against itself. Oxymorons, contradictions, antitheses, exaggerations, hyperboles, juxtapositions, cacophonies, ellipses, misrepresentations—lies. Some things, we can‘t be clear about. And if I‘m lying, I can‘t know why. (josephbaan.com)
weather forecast (Esther Vorwerk & martian m. mächler) – sharing words
Schreibworkshop, Samstag, 11. April 2026, 14 Uhr – 18 Uhr, mit Pausen
Teilnehmer:innenanzahl: ca. 15 Personen (nur auf Anmeldung: m@mmmaechler.com)
Wie schreiben und bewegen wir uns als Geister? Wie teilen wir Worte? Wie hilft uns das Wetter dabei über Gefühle zu schreiben und Räume zu entwickeln, in welchen Trauer geteilt werden kann? Wie können wir gemeinsam schreiben? Kann ein eingewachsener Zehennagel beim Schreiben helfen? Wir werden mit somatischen und kollektiven Schreibmethoden arbeiten, die individuelle Autor:innenschaft aufbrechen und ein gemeinsames Geschichten erzählen ermöglichen. (esthervorwerk.de)
Finissage & Sharing: Samstag, 11. April 2026, 18 – 20 Uhr
Access Information: Die Ausstellungsräumlichkeiten der FRISE sind nicht stufenlos zugänglich.
In der Ausstellung und den damit verbundenen Veranstaltungen stehen unterschiedliche Sitzgelegenheiten zur Verfügung.
Bei Fragen: martian m. mächler, m@mmmaechler.com
ein übersetzungsversuch (several acts) wurde von martian m. mächler für das Jahresprogramm «Was die Stimme nicht weiss» im Künstler*innenhauses FRISE entwickelt. Mit besonderem Dank an Ina Arzensek für die enge Betreuung.
Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung,
Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung
Programmschwerpunkt 2026
This is About a Book
Klasse Jason Dodge, HfBK Hamburg
THIS IS ABOUT NOT A FILM DIALOGUE CONTAINER CHAPTERS PATH FRAME PARASITE FREE WILL SHAPE FRISE STORAGE LANGUAGE JASON DODGE CLASS EXPRESSION WHATNESS AND HOWNESS IMMATERIALITY BUG NOTHINGNESS 06.02. — 22.02.26 RECIPES AND INGREDIENTS RITUALS A BIRD FLYING BY
Anna Pavliuk, Noah Settele, Sua Choi, Frederikke-Agnete Svarre, Greta Windfuhr, Rosa Thiemer, Henry Giggenbach, Lena Kunz, Jule Susanna Heinrich, Nastja Belousova, Lola Bott, Marlene Petrowski, Amalie Jasper Gammicchia, Momo Sachs, Anna Lorbeer, Mimi Hope, Jo-Hendrik Hamann, Claudia Taratufolo, Bjørg Elttør, Sijia Yang, Yuan Xue, Lyn van Gent, Rita Barbro Wilcke, Siri Hammarén, Quirin Kasenbacher, Ko Sin Tung, Hyunjin Choi, Hyemin Yang, Bardia Sauerland, Josefine Flora Green, Leo Zhang, Ethan Tate, tong liu, Ijae, Bardia, Zakarias Gauguin, Kea Lisanne Hinsch, Martin Hornshøj
Eröffnung: 6. Februar 2026, 19 – 22 Uhr
Ausstellung: 7. – 22.2.
Geöffnet: freitags 16 – 19 Uhr
Samstag, 7.2.: 16 – 19 Uhr
Sonntag, 8.2.: 11 – 19 Uhr
Samstag, 14.2.: 17 – 22 Uhr
Sonntag, 15.2.: 11 – 17 Uhr
Samstag, 21.2.: 16 – 19 Uhr
Sonntag, 22.2.: 16 – 19 Uhr
Begleitende Veranstaltungen:
Konzert von Miki Yui
und Carina Khorkhordina
Freitag, 13. Februar
20 Uhr (Einlass), Konzertbeginn: 20.30 Uhr
*mehr Info s.u.
LILIEN = LINIEN
Samstag, 14. Februar
Lesung und Suppe mit den ausstellenden Künstler*innen und Gäst*innen
Beginn 19 Uhr
Brunch and Screening
Sonntag, 15. Februar
Beginn 11 Uhr
das ad hoc
notes on breathing
Lyrikperformance
So, 22. Februar, 18 Uhr
Finissage
Sonntag, 22. Februar
ab 16 Uhr
*
Miki Yui und Carina Khorkhordina präsentieren:
„Living in the Present“ mit Gedichten von Robert Lax
Freitag, 13. Februar
20 Uhr (Einlass)
Konzertbeginn: 20.30 Uhr
Die Künstlerin und Trompeterin Carina Khorkhordina und die Künstlerin und Komponistin Miki Yui präsentieren das Album „Robert Lax-Living in the Present“, das im Oktober 2025 auf Stefan Schneiders Label TAL erschienen ist. Das Album basiert auf dem Werk des amerikanischen Autors Robert Lax (1915–2000) dessen Lebensprinzip der Reduktion und Zurückgezogenheit auch seine künstlerische Arbeit bestimmt hat: die Pause ist ebenso wichtig, wie das gesprochene Wort.
Die von Lax gesprochenen Gedichte, wurden Mitte der 90er Jahre von Filmregisseur Nicolas Humbert (u.a. auch „Step Across the Border“), auf der griechischen Insel Patmos gemacht, wo Lax über drei Jahrzehnte lebte. Auf Basis dieser aussergewöhnlichen Tondokumente, erkunden Miki Yui und Carina Khorkhordina geduldig neue musikalische Welten: Mit einem angemessen poetischen, meditativen Gespür für räumliche, zeitliche, harmonische und klangliche Strukturen, schaffen sie durch ihre Live-Performance eine einzigartige neue Komposition.
Miki Yui : Elektronik, www.mikiyui.com
Carina Khorkhordina: Trompete
www.khorkhordina.org
*
das ad hoc : notes on breathing
Sonntag, 22. Februar
18 Uhr, zur Finissage Dodge Klasse
das ad hoc ist ein Berliner Lyrikkollektiv, das sich 2019 aus der Lyrikwerkstatt
open poems gründete. Unter dem Titel „notes on breathing“ entwickeln drei der Mitglieder des Kollektivs, Sara Hauser, Eliana Kirkcaldy und Julia Dorsch eine lyrische Performance, die das Spannungsfeld zwischen Individualität und Kollektivität in Sprache und Sprechen auslotet. Die Basis für die Sprechperformance bilden eigene Texte der Autor:innen und Texte aus dem Kollektiv-Archiv sowie neues Textmaterial. Dabei befragen die drei Kollektivmitglieder Dynamiken des Zusammenkommens und Auseinanderdriftens, des miteinander, zueinander, gegeneinander oder für sich Sprechens. Was passiert, wenn Stimmen isoliert voneinander laut werden, wie treffen sie dann aufeinander und verwandeln sich, einander? Wie sprechen sie einander an, wenden sich zu, werden einstimmig oder mehrstimmig? Einen besonderen Schwerpunkt legt das Kollektiv in dieser Performance auf den Atem, der vor jedem gesprochen Wort, jedem Satz und jeder Gedichtzeile steht und nicht nur die Kollektivmitglieder in der gemeinsamen Performance, sondern im Grunde alle atmenden Wesen, menschlich und nicht-menschlich, miteinander verbindet. // www.instagram.com/das_ad_hoc/
Der erste Teil des Programms (Februar – April 2026) hier als: PDF
Das Programm wird im Mai fortgesetzt.
Das Programm wird kuratiert von den FRISE Künstler*innen Ina Arzensek, Maja Bogumila Hoffmann, Christian F. Kintz, Matthias Meyer und Regine Steenbock.
Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien der Hansestadt Hamburg.
