Voix-Off … Aber wir sind der Sprache scheißegal
21. – 24.5. 2026
Voix-off: … Aber wir sind der Sprache scheißegal Achim Lengerer
Achim Lengerer
Eröffnung & Performance: Donnerstag, 21. Mai, ab 19 Uhr
Mit Tönen, filmischen Bildern und Texten von
Achim Lengerer und Fernand Deligny
Ausstellung: 22. – 24. Mai, Freitag — Sonntag, 15–19 Uhr
Die Auseinandersetzung mit dem französischen Pädagogen, Schriftsteller und Filmemacher Fernand Deligny (1913–1996) ist Ausgangspunkt des Projektes von Achim Lengerer. Deligny beginnt in den 1940er Jahren, als Sozialarbeiter mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Später gründet er mit jungen Erwachsenen in Südfrankreich eine Siedlung, um mit von der Psychiatrie als »autistisch« bezeichneten Kindern zusammenzuleben.
In seiner pädagogischen Arbeit wird versucht, den Kindern innerhalb (und außerhalb) der Lebensstruktur der Erwachsenen abweichende Wege zu ermöglichen, ihnen ein Um- und Handlungsfeld für ihre wesenseigene Nutzung von Raum und Zeit zu schaffen. Es entstehen mehrere dokumentarische Filmprojekte (z. B. CE GAMIN, LÀ, 1975, Regie: Renaud Victor) mit begleitenden Texten sowie Schriften zum kinematografischen Bild.
Delignys Nachdenken über Film zeigt sich in der Art und Weise, wie in CE GAMIN, LÀ die Tonspur eingesetzt wird: Deligny nutzt das filmische Voix-off/Voice-over als (s)eine literarische Erzählstimme, die dem filmischen Bild vorsichtig parallel gesetzt wird; eine Tonspur, die der Bildspur »angelegt« wird und die sich in fragiler Balance zum NICHT SPRECHEN der Kinder artikuliert. Die Stimmen der Kinder und die Sprache Delignys bilden die beiden Pole des »Entretien sonore«, des akustischen Gesprächs
Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und das Bezirksamt Altona.