Das Abbildungszentrum lädt ein in die FRISE.

4. September 2015 _ 20h00 _ Ausstellung mit Filmprogramm und Gespräch (ca. 50min) open end
5. September 2015 _ 17h00 – 21h00 _ Ausstellung und Filme

Werkschau mit Malerei und Film von Jörn Staeger

Im Spannungsfeld von Malerei und Film:
Expeditionen in die Welt „ohne Sprache“.
In der Melodie des Alltags erklingen ungewöhnlich farbige und skurrile Laute.

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ONE SPRUNG IS NOT ENOUGHSMALL PIECES OF ART WE HAVEN’T SOLD YET

Michael Buckley
Patrick Farzar
Rohullah Kazimi

Eröffnung: Samstag 22. August 2015, 20:00 Uhr
Ausstellungs-Dauer 22. – 30. August 2015

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Ausstellungsreihe 2015: "Konstellationen; zwei + eins"

Internationaler Künstleraustausch, Diversität und Anerkennung

Im dritten Jahr des kombinierten Artist-in-Residence (AiR) und Ausstellungsprogramms
geht es um die Konstellationen von Künstlern in einem zwei + eins Modus.
So treffen z.B. zwei Künstler aus unterschiedlichen Ländern aufeinander und
werden hier mit einem Dritten lokalen Beteiligten konfrontiert.

»Die Querung des Gleichers« in 2013 verwies auf das Erforschen von Unbekanntem und
Fremdem als eine Bewegung hin zum Anderen. Der Gleicher, ein älteres Wort für den
Äquator, stellt sich in die Mitte, als Balance-Akt vom Bekannten zum Unbekannten.

Mit »Crossing Differences« in 2014 verfolgte das Programm Aspekte von gemeinsamen
Verbindungen im internationalen Kunst- und Kulturaustausch. Thema war es, bestehende
und neue Künstler-Kooperationen als ein künstlerisches, solidarisches Miteinander zu formulieren.

Das Programm 2015 thematisiert eine Art Syntax von Künstlerkonversationen und
-konstellationen. Es geht um das Zustandekommen von Wahrnehmungen als Dialektik der
gegenseitigen Anerkennung in einem Modus von zwei + eins.

Zwei + eins, die kleinste mögliche Gruppenbildung, versteht sich als ein
triametrales Aufgreifen von These, Antithese und Anti-Anti-These zu einer mehrfach
verhandelten Konstellation, die durch Hinzufügen des Komplementärs eine Erweiterung
findet.

Zwei + eins kann sich als eine stabile und unstabile Figuration ereignen. Das
Selbstver­ständnis von zwei + eins kann sich selbst identisch oder auch einzeln
different entwickeln.
Künstler machen sich auf die Suche, entdecken Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Sie kommen aus verschiedenen Nationen oder künstlerischen Zusammenhängen. Sie
verhandeln, wägen ab und kommen zu einer in dieser Konstellation gültigen
Kunstbe­hauptung.

Die Themenfelder von Geopolitik und deren Konflikte thematisieren polare Diskurse,
durch ein Streiten um Anerkennung und Interesse. Zwei + eins lässt komplexe und
übersichtliche Zusammenhänge sichtbar werden, in dem es durch die
Künstlerkonstellationen einen
Betrachtungsabstand einnimmt.

Dieser Betrachtungsabstand entsteht durch die konkret messbare Entfernung des
Subjektes zu der in Betracht kommenden kulturellen Differenz als Gegenstand der
Verhandlung. Die einzelnen Perspektiven zeigen sich im Prozess des Miteinander z.B.
im AiR, der Ausstellungsituation, einem Vortrag oder einer Performance etc.

Der zwei + eins Betrachtungsabstand kann u.a. folgende Themen aufgreifen:

Behauptung vs. Unterscheidung/ Clash of cultures / Kunst-Kapital vs. und
Kapital-Kunst/ Arroganz und Chauvinismus der Creativ Industries/ das Gespenst der
Globalisierung / Regional Kulturen / Zentrum und Peripherie von
Künstler-Produktionen /
Logik der Zusammensicht/ Zahlen und Mythen, Metrik und Kultur / Differenz / Die
Glaubensfrage / Der Mythos Frieden / Kunst und Pazifismus / Künstlerproteste /
Künstler als Befürworter des Krieges / Künstler als Stadtplaner / Mainstream vs.
kritischer Gemeinsinn /

(Michael Kress für FRISE-Programm, 2015)