Places, Stories and Stages

Peder K. Bugge, Dania Burger, Gesa Lange, Sven Märkisch, Klaske Oenema
aktuelle Kunst aus den Niederlanden, Norwegen und Deutschland

Eröffnung: Mittwoch, 08.10.2014, 20 Uhr

Lisa Vera Schwabe liest Prosa
Lesung: Sonntag, 12.10.2014, 16 Uhr

08.10.–19.10.2014
Öffnungszeiten: Fr–So 16–18 Uhr

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Ausstellungsreihe 2014: "Crossing Differences"

Fortführung des Internationalen Austauschprogrammes mit
den Möglichkeiten des Residenzprogrammes FRISE AIR

Mit Crossing Differences wird das Ausstellungsprogramm FRISE 2014 in direkter Linie an die gewonnenen Erfahrungen des letzten Jahres anknüpfen. Der Schwerpunkt der FRISE Ausstellungen war 2013 unter dem Titel Querung des Gleichers dem internationalen Kunst- und Kulturaustausch gewidmet.

Durch die Begegnung der KUNST-ProduzentInnen aus unterschiedlichen Ländern mit den FRISE-KünstlerInnen in der Rolle als GastgeberInnen, welche die internationalen Gäste bei der Konzeption und Umsetzung ihrer künstlerischen Auseinandersetzung unterstützten, Ausstellungen in der FRISE Galerie ermöglichten und so die künstlerische Position einem hiesigen, interessierten Publikum zur Diskussion stellten, wurden Prozesse in Gang gesetzt.
Wir zeigten Arbeiten der eingeladenen KünstlerInnen, um durch den Dialog auf verschiedenen Ebenen ein Verstehen zu ermöglichen. Die Äquatorlinie – der Gleicher – diente dabei als Bild, welches eine symbolische Entfernung zwischen zwei Sachverhalten beschreiben wollte – zwischen dem »Hier« und »Dort«, zwischen »mir« und dem »Anderen«. Während unseres Ausstellungsprogramms 2013 beobachteten wir, dass die individuelle Querung, die unsere Gäste als Reise vollzogen, auch einer Überquerung innerer Grenzen – sowohl bei ihnen als auch bei uns – bedeutete. Der Aufenthalt unserer internationalen Gäste im Künstlerhaus FRISE in Hamburg könnte einen Punkt auf der Linie der künstlerischen Wege aller Beteiligten markieren – jener imaginären Linie des Gleichers, die letztlich nicht zu verorten ist. Denn diese Linie existiert niemals im Singular und ist nirgendwo gleich oder erzeugt vergleichbare Verhältnisse; sie ist immer verzweigt und gespalten, besitzt keinen Ursprung und kein Ende.

Zudem liegt dieses Liniengeflecht nicht nur vor uns oder zwischen »mir« und dem »Anderen«. Denn was ist, wenn ich in meinem eigenen Spiegelbild den Anderen entdecke, wie es Arthur Rimbaud mit »Ich ist ein Anderer« benannt hat? Vielmehr durchkreuzen uns die Linien selbst und verbinden uns mit anderen Durchkreuzten. Dabei kann uns der mutmaßlich »Andere« mit seiner ›anderen‹ Kunstproduktion und Kultur ganz nah sein; und die uns vermeintlich Nächsten sehr weit entfernt. Der/die »Andere« existiert aufgrund einer Grenzziehung und wird dadurch erst für uns sichtbar. Daher sind solche Linien nur situativ zu bestimmen, weil diese und ihre Überschreitungen abhängig von Ort und Zeit zugleich sind. Dies sind einige – auch auf sehr persönlicher Ebene gemachte – Erfahrungen des letzten Ausstellungsjahres, die durch Aufenthalte der internationalen GastkünstlerInnen im FRISE AIR möglich wurden.

Um nun künstlerische Prozesse und ihre Differenzierungen genauer verfolgen zu können, bedarf es, sich selbst und anderen zu begegnen und sich Abweichung von gesetzten Linien und Normen zu erlauben. Damit die Unterschiede und Annäherungen in Ausstellungen zum Vorschein kommen, ist es notwendig, einen intensiveren künstlerischen Dialog als bisher und die Verflechtung verschiedener Sichtweisen anzustreben. Diesen Dialog wollen wir Crossing Differences durch die Möglichkeit der Auseinandersetzung lokaler Hamburger mit internationalen Gast-KünstlerInnen in einzelnen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten erreichen. Die Nähe und Ferne zwischen den Teilnehmenden einer Ausstellung wird an spezifischen Themen ausgelotet und erprobt. Möglicherweise entstehen auch gemeinsame Arbeiten der Teilnehmenden verschiedener Provenienz. Zumindest aber wird durch die gemeinsame Bespielung des Ausstellungraums in der FRISE ein Dialog zwischen KünstlerInnen über ihre Haltungen und ihre Ausstellung entstehen, und dieser wird durch die Begegnung ihrer Arbeiten sichtbar werden.

Die wiederholte Einbindung so vieler internationaler KünstlerInnen wird auch durch das seit März 2013 bestehende AIR – das internationale Gastatelier – in der FRISE ermöglicht. Dieses in Kooperation und Zusammenarbeit mit der Kulturbehörde Hamburg begonnene Pilotprojekt bietet auch noch im nächsten Jahr die Möglichkeit den Artist-in-Residence-Raum im Künstlerhaus FRISE zu nutzen und den teilnehmenden ausländischen KünstlerInnen Raum für Arbeit, Leben und Austausch zu geben. Um mögliche Teilnehmer anzusprechen, haben wir unsere bestehenden und die durch das Programm 2013 weiter gewachsenen internationalen Kontakte zu Kunst-Institutionen und KünstlerInnen genutzt. Diese sind u.a in Marseille, Groningen, Helsinki, Istanbul, London, Japan (Makii Galerie, Tokio, Funasaka Biennale), Wien.

Neben der Einbindung von Hamburger KünstlerInnen werden im Jahr 2014 die Kooperationspartner und Kunst-Institutionen u.a. aus folgenden Orten kommen: Chicago (USA), Groningen (Niederlanden), Istanbul (Türkei), Kairo (Ägypten), Kopenhagen (Dänemark), Linz (Österreich), Moskau/Paris (Russland/Frankreich), Lima (Peru), Melbourne (Australien), Tjøme
(Norwegen), Venezia (Italien), Zilina (Slovakei).

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Exhibition Series 2014: “Crossing Differences”

Continuing the international exchange program making use of
the options of the residence program FRISE AIR

„Crossing Differences“, the exhibition program of FRISE 2014 is set to build straight upon last year’s experiences. The main focus of the FRISE exhibitions in 2013 had been dedicated to the international art and art exchange under the title “Crossing the Equator“.
With ART producers from different countries encountered by the FRISE artists in their role as hosts, giving support in conceptualization and realization of artistic ideas, organization of exhibitions in the FRISE gallery and putting the artistic standpoint up for discussion before the local interested public, certain processes started up.
We showed works of the invited artists in order to facilitatean understanding by dialogue on various levels. The line of the equator – making equal halves – served as a metaphor describing the symbolic distance between two facts – between “here” and “there”, “me” and “the other”. During our exhibition program 2013 we noticed that this individual crossing, performed by our guest as a journey, also meant a crossing of inner borders – theirs as well well as ours –. The stay of our international guests in the artists house FRISE in Hamburg could be marked as a point on the artistic paths of everybody involved – this imaginary line of the equator that cannot be secured eventually. This line does not exist in singular terms nor is it equal anywhere or does it cause equivalent circumstances; it is always branched and split, has no beginning or end.
Moreover, this meshwork of lines does not lie before me or between “me” and “the other”. What if I discover “the other” in my mirror image. Like Arthur Rimbaud called it in “I is Someone Else”? The lines rather run crisscross through ourselves connecting us with other crisscrossed people. Then it is possible that the assumedly “other” and his or her “other” artistic production and culture is very close to us; and that the reputed neighbor is very far. The “other” exists only due to a demarcation and is only thereby visible to us. Therefore such lines can only be identified situationally, because they as well as their crossings depend on both time and place.
These are some – also very personally made  experiences of the last year of exhibitions, facilitated by the residence of international guest artists in FRISE AIR.
Now, in order to follow artistic processes and their differentiations in greater detail, it is necessary to encounter oneself and others and allow deviations from defined lines and norms. To make differences and approximations apparent, it is necessary to strive for a more intensive artistic dialogue than before and for the merging of different perceptions.

With “Crossing Differences” we intend to reach this dialogue, making use of the chance to debate with Hamburg inhabitants and international artists in individual exhibition and event set-ups. The closeness and distance between the participants will be plumbed and proved on specific subjects.
Perhaps, joint works of participants with different backgrounds will come to life. At least, there will be a dialogue between artists about their attitudes and exhibitions by the joint performance in the exhibition room of FRISE, made obvious by the encounter of their works.
Involving so many international artists repeatedly has been facilitated by AIR – which is the international guest workshop of FRISE – existing since March 2013. In cooperation with the Kulturbehörde Hamburg is a pilot project that will continue to offer participating foreign artists also next year the possibility to make use of the “Artist-in-Residence” space for life, work and exchange.
Contacts have been made and the network has been growing in 2013 to reach further possible participants, namely international art institutions and artists. These are located in Marseille, Groningen, Helsinki, Istanbul, London, Japan (Makii Gallery, Tokyo, Funasaka Biennale), Vienna, to name a few.
In 2014, cooperation partners and art institutions will be involved, apart from the resident Hamburg art scene, from the following places: Chicago (USA), Groningen (Netherlands), Istanbul (Türkei), Cairo (Egypt), Kobenhaven (Denmark), Linz (Austria), Moscow/Paris (Russia/France), Lima (Peru), Melbourne (Australia), Tjøme (Norway), Venice (Italy), Zilina (Slovakia).