Talking to Walls

TALKING TO WALLS

David Fletcher und Lawrence Power
Malerei und Installation

Eröffnung Freitag, 15. März 2019 um 19 Uhr
geöffnet 16. – 17. März und 23 – 24. März 15 – 19 Uhr
und nach Vereinbarung

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ART OFF Hamburg
8 Forderungen – eine 0!

Pünktlich 5 vor 12 Uhr, am Montag, 22.10.2018 vor der Behörde für Kultur und Medien, haben alle so genannten OFF Galerien ihre Anträge gemeinsam als Geschenk an Herrn Senator Brosda überreicht. Diese Anträge wurden das erste Mal mit realistischen Zahlen berechnet und ausgefüllt, insgesamt wollen wir, die Initiative freier Kunstorte, eine “0” mehr und zwar ganz hinten an der Gesamtfördersumme von bislang 140.000 Euro für 2019. Im Jahr 2018 war der Förderbetrag auf 175.000 aufgestockt worden, wir hoffen für das kommende Jahr wird noch viel mehr Geld bereit gestellt und drauf gelegt, also mindestens 1.400.000 Euro.

1 ART OFF Hamburg fordert eine 0 mehr für die Hamburger Kunstorte und Initiativen
D.h. eine Erhöhung der Fördersumme des Programmitteltopfes von 175.000 € auf 1.750.000€ für ein zukunftsweisendes Schaffen der freien, bildenden Kunstszene Hamburgs.

2 Wir fordern ein Budget für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Off Orte
Um die Sichtbarkeit von ART OFF Hamburg zu erhöhen und damit bekannt zu
machen, ist eine professionell gestaltete öffentliche Werbung unverzichtbar, wie
z.B. Plakate, Website, Newsletter und Social Media.

3 Wir fordern eine faire Honorierung für ausstellende Künstler*innen der freien Kunstorte
Wie schon unter Punkt 11 des 14-Punkteprogramms der Kulturschaffenden Hamburgs aus 1981 formuliert, fehlen immer noch Ausstellungshonorare.
„Wir fordern von der Kulturbehörde einen Fonds, der es den öffentlichen und den öffentlich geförderten Ausstellungsinstituten ermöglicht, den Künstler*innen ein Ausstellungshonorar zu gewähren“.

4 Wir fordern eine faire Honorierung für die engagierten und professionell arbeitenden Akteur*innen der freien Kunstszene
Mit 44.534 nicht honorierten Stunden für Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, mit 1.435 beteiligten Künstler*innen und 97.040 Besucher*innen aus dem In- und Ausland pro Jahr steht die Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion und der sie vertretenden Hamburger Kunstorte und Initiativen in einem krassen Missverhältnis zu allen anderen Förderungen der Kultur und des Tourismus in Hamburg. Es wird allerhöchste Zeit dieses zu ändern!

5 Wir fordern einen Etat für internationalen Künstleraustausch, um Gastateliers für internationale Künstler*innen in Hamburg zu etablieren
Durch die Etablierung von Gastateliers in den größeren Organisationen wie FRISE, Westwerk, Gängeviertel, Frappant u.a. wäre es möglich, dass diese auch von kleineren Off Orten zur Unterbringung internationaler Gäste mit genutzt werden könnten.

6 Wir fordern Flexibilität und Planungssicherheit
Einerseits sollte die Programmplanung für die Antragsstellung flexiblere Freiräume für kurzfristige Entscheidungen ermöglichen.
Andererseits sollte es Kunstorten, die schon viele Jahre kontinuierlich gearbeitet haben, ermöglicht werden, auch längerfristige Planungssicherheit zu erhalten.

7 Wir fordern die Wiederbelebung der Woche der Bildenden Kunst in Hamburg
Mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Hamburger Kunstschaffenden, z.B. einem gemeinsamen Eröffnungswochenende, kann das Schaffen der Hamburger bildenden Künstler*innen in den Vordergrund gestellt werden.

8 Wir fordern zweimal jährlich einen runden Tisch (OFF-CIRCLE) mit allen beteiligten Akteur*innen
Denn wir brauchen einen kreativen, erfinderischen und zukunftsweisenden Dialog auf Augenhöhe zwischen der Behörde für Kultur und Medien, der Politik, den Hamburger Institutionen der bildenden Kunst und den Vertreter*innen der ART OFF Hamburg. Wir müssen reden über Transparenz, Vermittlung, Kooperationen, Vergabemodalitäten, Juryzusammensetzungen, die Kultur- und Tourismustaxe und natürlich nicht zuletzt über den kommenden Doppelhaushalt.
Wir fordern eine differenzierte Wahrnehmung der Vorbildfunktion der freien Künstlerinitiativen, als die kreativen und dynamischen Impulsgeber für eine nachhaltige Gestaltung unserer Stadtgesellschaft und eine entsprechende Wertschätzung unserer Arbeit!

2025, Frise, Raum linksrechts, mom art space, Galerie Speckstrasse, Westwerk, Frappant, xpon-art, Nachtspeicher23, Einstellungsraum, Künstlerhaus Sootbörn, Faktor, Galerie Genscher, Künstlerhaus Wendenstrasse/Studio 45, Hinterconti, 8. Salon, Noroomgallery, Affenfaust, Galerie Oel-Früh, Galerie 21

Ausstellungsreihe 2018

CAMERA SUBJECTIVA – Jour-Fixe für Photographie

Wir zeichnen mit Licht – in etwa so lässt sich das Wort Photographie aus dem Griechischen übersetzen.

Wir klicken massenhaft von Blickwinkel zu Blickwinkel – schießen in endlosen Reihen ein All-Über-All – entwickeln dabei was Sache, was der Fall ist und fixieren ein trügerisches Konstrukt, das Welt als Bild vermeintlich als Wirklichkeit begreift.

„Medien bestimmen unsere Lage“ (Kittler) und behaupten in überwältigender Mannigfaltigkeit Wahrheit aufzuzeigen. Photographie hat verschiedene kontextuelle Zugriffe in der Geschichte der Medien erfahren und befindet sich seit der Erfindung des Kleinbildformats durch Wilhelm Oskar Barnack in den Jahren 1913/14 auf einer sich selbst überholenden technischen Entwicklung.

Vom schwarzweiß Papierabzug des Dokumentarischen, zu einer erschwinglichen Instamatic-Kamera, Bilderalben eines Massen-Tourismus – über den Pop der Polaroid, hin zum Social-Media-Selfie-Wahn mit dem Smartphone und womöglich endend in innovativer Beliebigkeit von selbstlernenden offenen Simulakren im berauschten Virtual-Reality-Viewer.

Das Vorhaben „Camera Subjectiva – Jour-Fixe für Photographie“ im Künstlerhaus Hamburg unternimmt eine Untersuchung dieses Phänomens:

Als Prozess und offenes Konversations-Format werden Themenfelder, Fragen und Haltungen zum Umgang mit technisch produzierten Bildern entwickelt. Die Zugänge zur Photographie werden beschrieben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wichtig erscheint die Notwendigkeit, Bilder in ihrer psychischen, sozialen und politischen Dimension zu verstehen. Dieses erarbeiten wir in einem offenen Diskurs um einen kritischen Gemeinsinn. Die Bilder der Photographie sind bereits gemacht, weil strukturell vorhanden, bevor sie entstehen. Das Licht im Kamera-Auge zeichnet global diverse Perspektiven auf – es lässt uns begreifen was der Fall des Anderen ist und ermöglicht einen Imperativ zum politischen Handeln – ein Zeichen aus Licht als eine schöne Utopie.

Jours-Fixes – Das Verfahren

Bewusst haben wir uns entschieden für das Programm 2018 eine offene dynamische Struktur der Findung in den Mittelpunkt zu rücken, die uns fordert dem Thema tief auf den Grund zu gehen und unser Denken zu erweitern. Die thematische Beschäftigung geht während des Ausstellungsjahres anhand der Ausstellungen und regelmäßigen halböffentlichen Arbeitstreffen (Jours-Fixes) weiter.
Die Jours-Fixes werden je an einem Samstag in den Monaten Februar, Mai, Septemberund November stattfinden. Die Jours-Fixes sind für alle Interessierten offen und finden im Ausstellungsraum statt.

Für diese Auseinandersetzung haben wir uns einigen Spielregeln unterworfen, die bestimmten Dialogtechniken entlehnt sind:

  • so lange wie möglich bearbeiten wir das Thema offen, wir gehen nicht von Künstlern aus, sondern von Themen/Inhalten
  • alle Informationen bleiben so lange wie möglich gleichberechtigt nebeneinander stehen
  • ab einem gewissen Punkt werden die Informationen verdichtet und daraus Themenbereiche definiert
  • zu den Themenbereichen werden jeweils passende Ausstellungsformate, Künstler und Herangehensweisen entwickelt

Im Laufe des Jahres wird es ca. vier Ausstellungen und vier Jours-Fixes geben.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg